Donnerstag, 15. März 2012

Rätsel & Geheimnisse I

Geschichte und Baugestalt der Schauenburg bergen eine Reihe von Rätseln und Geheimnissen, die bis heute einer letzten Klärung harren. Im Rahmen einer losen Reihe sollen diese nach und nach vorgestellt werden. Vielleicht findet ja jemand die Antwort ...

Im ersten Teil der Reihe geht es um eine alte Darstellung aus dem Kriegsbuch des kurpfälzischen Büchsenmachers Philipp Mönch aus dem Jahr 1496. Sie zeigt die Belagerung einer Höhenburg, die hier im Ausschnitt zu sehen ist:


Es war der Burgenforscher Thomas Steinmetz, der diese Darstellung mit der Schauenburg in Verbindung brachte. In einem Fachartikel (veröffentlicht in: Der Odenwald: Zeitschrift des Breuberg-Bundes 29/1) fragte er: "Die Schauenburg bei Dossenheim?"
Eine spannende Frage (es wäre die erste bekannte historische Darstellung), die nur leider kein eindeutiges "Ja" erlaubt, zumal dieselbe Darstellung von den "Geroldseckern" für die Burgruine Hohengeroldseck beansprucht wird.
Der Verfasser dieses Artikels befürchtet sogar, dass der Punkt in diesem Fall tatsächlich in den Schwarzwald wandert. Aber das muss ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein ...

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Kommentare:

  1. Im gleichen Werk "Kriegsbuch Philipp Mönch" gibt es noch zwei weitere Darstellungen von Höhenburgen. Tatsächlich sehe ich bei Seite 35r größere Ähnlichkeiten mit der Schauenburg - wer möchte kann dan in Seite 36r die Strahlenburg erkennen...
    (Das Werk ist über google leicht auf der Seite der Unibib Heidelberg zu finden)

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  2. Danke für den Hinweis, nur würde ich beide Deutungen ausschließen. Die Burg auf Seite 35r zeigt eine turmreiche Umfassungsmauer, zwei Bergfriede bzw. Türme innerhalb der Kernburg und eine Kapelle in der Vorburg. Auch eine Schildmauer ist nicht erkennbar. Das entspricht nicht der Schauenburg. Bei der Darstellung auf Seite 36r ist das Problem, dass die Burg einen quadratischen Bergfried aufweist, den die Strahlenburg meines Wissens nie besessen hat. Auch der Zwinger wäre "seitenverkehrt" dargestellt. Bei der Strahlenburg liegt das Tor, das in den Torzwinger führt, auf der Bergseite direkt unterhalb des runden Bergfrieds.

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  3. Zum Zeitpunkt der Zerstörung der Schauenburg 1460 muss der Autor Philipp Mönch ca.3 Jahre gewesen sein (siehe Link). Wie die Schauenburg 1496 ausgesehen hat kann man sich ja vorstellen...
    Für Hohengeroldseck spricht, dass deren Belagerung 1486 durch die Kurpfalz ein noch recht aktuelles Ereignis war und sogar die Möglichkeit bestand, dass Philipp Mönch selbst vor Ort war.
    Mit 35r und 36r wollte ich nur andeuten wie einfach es ist mit ein bißchen Phantasie solche Interpretationen in den Raum zu stellen (und noch einfacher sie zu widerlegen...)

    Seite über das "Kriegsbuch":
    http://www.uni-stuttgart.de/hi/gnt/ausstellungen/modelle/Autor.htm

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