Samstag, 16. Mai 2026

Arbeitseinsatz am 16. Mai 2026: Ein Loch ohne Boden

Hurra, es hat geklappt! Obwohl die Zufahrt zur Schauenburg aufgrund der Baustelle im Kalkofental gesperrt und unbefahrbar ist, ist es der Kommune auf verschlungenen (Wald-) Wegen gelungen, Sand, Zement und Wasser auf die Burg zu schaffen. Es konnte also gemauert werden. Dabei kam erstmals der von Johnny gebaute Seilzug erfolgreich zum Einsatz. 

Gemauert wurde gegenüber der Waldhütte im Fundamentbereich der Umfassungsmauer bzw. äußeren Ringmauer. Wobei von "Fundament" nicht ernsthaft die Rede sein kann: Unter der Mauer öffnete sich ein "Loch ohne Boden". Mauerreste scheinen in diesem Bereich nicht mehr in der Erde zu stecken. Knochen, Scherben und Ziegelstücke im Erdreich sprechen dafür, dass durch die Mauerbresche Abraum in den Graben geschüttet wurde. Die folgenden Fotos zeigen das "Loch" bzw. den Graben, in den ein neues Fundament gelegt wurde, um die Mauer zu unterfangen.



Die nächste Foto zeigt das neu gelegte Fundament, das noch am selben Tag unter der Erde verschwand.


Zum Vergleich: Die folgenden Fotos zeigen das "Loch" am Ende des Arbeitstages. Für die komplette Schließung benötigen wir noch einen Arbeitseinsatz - vorausgesetzt wir bekommen erneut Zement auf die Burg geliefert. Die gelieferten Säcke wurde komplett vom Loch verschluckt.




... und zum Abschluss noch das obligatorische Gruppenfoto nach dem Mittagessen - ohne Johnny (der fotografiert gerade), aber mit seinem Seilzug (Matthias zeigt ihn).

Samstag, 25. April 2026

Erster Einsatz 2026

 

Endlich: am Samstag, den 25. April, fand der erste Arbeitseinsatz der Schauenburg-AG 2026 unter strahlend blauem Himmel und erschwerten Bedingungen statt. Durch den Neubau des Wasserrückhaltebeckens an der Stelle der mittelalterlichen "Keltermauer" ist der Burgweg für Fahrzeuge und Fußgänger gesperrt. Weder Getränke noch schwere Arbeitsmaterialien (Sand, Wasser, Zement) können derzeit durch das Kalkofental auf die Burg gefahren werden. Wir hoffen, dass der Transport über Schriesheim möglich, denn in diesem Jahr gilt es, u.a. einen Ausbruch unter der Umfassungsmauer neu zu unterfangen.

Das folgende Foto zeigt die ersten drei "Schauenburger" auf der Burg. Der allererste war natürlich Albert - rechts im Bild.

Die folgenden Fotos zeigen den Ausbruch unter der Umfassungsmauer, der neu untermauert werden muss. Bereits in den 1930er Jahren wurde an dieser Stelle die Mauer neu aufgemauert, scheinbar jedoch ohne das Fundament sauber frei zu legen und dem exakten Verlauf zu folgen. Wie auf den Fotos erkennbar (weiße Pfeile), liegt das mittelalterliche Fundament etwas "tiefer" und wird von der Neuaufmauerung "überlappt". Teilweise scheint die Außenschale des Fundaments völlig abgegangen zu sein.



Blick von der Waldhütte auf die Umfassungsmauer. Die Ausbrüche unter der Mauer sind als dunkle Flächen über dem begrünten Boden erkennbar.


Funde unter der Mauer: Funde (Knochen und Keramikscherben) unter der neu aufgemauerten Umfassungsmauer weisen darauf hin, dass die Mauer in diesem Bereich vor Beginn der ersten Sanierungen in den 1930er Jahren stark zerstört war. Eventuell wurde über diese Stelle Abraum in den Graben gekippt.


Essen auf Rädern: Da die Zufahrt zur Burg mit dem Auto nicht möglich war, musste Pizza-Bote Matthias auf halber Strecke von Volker mit dem Modiab abgeholt werden. Ein wenig abenteuerlich - aber es hat geklappt. Die Pizza war noch warm.


Was aussieht wie ein Gipeflkreuz ist eine Seilbahn, die Johnny konstruiert hat, damit wir auf kurzem Wege Speis und Steine über den Graben transportieren können.


Gruppenbild nach dem Essen


Nächste Einsätze:

Samstag, 9. Mai 26, ab 9.00 Uhr
Samstag, 16. Mai 26, ab 9.00 Uhr


Neueinsteiger herzlich willkommen!
Einfach kommen und mitanpacken!


Sonntag, 27. Juli 2025

Zweites Gegenstück gefunden

Nachdem beim letzten Arbeitseinsatz der Schauenburger die Fortsetzung der Kalkofenmauer linkerhand des Forstweges (von unten kommend) am Hang des Öbergs nachgewiesen werden konnte, fand Andreas bei seinem letzten außerplanmäßigen Einsatz noch die Fortsetzung der Mauer rechts des Mantelbachs am Sporenberg. Dieser Fund überrascht, da sich der an dieser Stelle in Beton gefasste Bach über die Jahrhunderte scheinbar tief in das Kalkofental gegraben hatte, weshalb nicht wirklich mit Fundamentresten zu rechnen war. Aber sie sind vorhanden - wenngleich in schlechtem Zustand und nur in ein bis zwei Steinlagen. Ob und wie weit sich die Mauer den Sporenberg aufwärts verfolgen lässt, ist genauso fraglich wie der weitere Verlauf des gegenüberliegenden Mauernsatzes am Hang des Ölbergs. Wir hoffen, es gelingt uns, Licht ins Dunkel zu bringen - und beide Maueransätze durch Aufmauerung sichtbar für kommende Generationen erhalten zu dürfen.

Blick mit der Drohne auf den rot markierten Gesamtverlauf der Mauer (soweit freigelegt) mit den nachgewiesenen Fortsetzungen links des Forstweges und rechts des Mantelbaches.


Samstag, 19. Juli 2025

Aus dem Archiv von Andreas

Die Mauer im Kalkofental wäre bei Weitem nicht so freigelegt, wenn nicht Andreas bei jeder Gelegenheit Sonderschichten fahren würde. Dabei erweist es sich von großem Vorteil, dass er über eine Drohne verfügt und ein sehr guter Fotograf ist. Nachstehend ein paar Eindrücke von der Mauer und einigen Funden.






Der Rest der Bodenplatte rechts oben zeigt das klassische Eichenblattmuster, das auch die Bodenplatten ziert, die auf der Schauenburg gefunden wurden.


Arbeitseinsatz am 19. Juli 2025: Mauerfortsetzung gefunden


Bislang waren von der so gen. "Keltermauer" nur die Reste rechts des aufwärts führenden Forstweges im Kalkofental bekannt. Dass sich die Mauer auch links des Weges fortsetzt, war nur eine Vermutung, der wir wir beim heutigen Arbeitseinsatz auf den Grund gehen wollten. Dabei galt es Massen an Gestrüpp, Erde und Steinen zu entfernen - wobei es lange so aussah, also würden wir nichts finden. Doch die Geduld machte sich bezahlt. Noch am Vormittag hatten wir Teile der Außenschale der "Keltermauer" links des Weges freigelegt. Unklar ist weiterhin nur, ob die Mauer einfach gegen Hang stößt und endet - oder ob sie sich oberhalb des "Alber-Schreck-Wegs", bei dem es mutmaßlich um den alten Burgweg handelt, weiter in Richtung Burg zieht. Um das sagen zu können, müsste sie weiter freigelegt werden.




Zufall oder Steinsetzung? - Bei einer Stichgrabung hat Andreas auf der Innenseite der "Keltermauer" Steine in auffallender Anordnung freigelegt. Auch befindet sich hier eine Art "Podest" aus unvermörtelten Steinen (auf dem Andreas gerade steht).


Auch Philipp widmete sich einem "Schnitt".

Sonntag, 18. Mai 2025

Nachtrag: Ein wichtiges Indiz

Dass die "Keltermauer" zum herrschaftlichen Kelterhaus der Schauenburger gehörte, lässt sich von der Bezeichnung "Keltermauer" ableiten. Dass sie davor die Kalkofen beschützen sollte, die für den Bau der nahen Schauenburg benötigt wurden, lässt sich von ihrer Lage im so genannten "Kalkofental" ableiten. Das Problem bei diesen Ableitungen ist nur, dass die Begriffe erst in der Neuzeit greifbar sind und niemand weiß, woher sie stammen. Sie könnten also auch nur widerspiegeln, was sich irgendjemand irgendwann gedacht hat - und in die Irre führen. Muss aber nicht sein.

Beim letzten Arbeitseinsatz (siehe Blogeintrag unten) ist die Häufung von Kieselsteinen im Bereich der "Keltermauer" aufgefallen. Diese Steine wachsen nicht am Ölberg, sondern müssen von der Rheinebene hierher transportiert worden sein. Aber warum? Schauenburger Philipp Zschommler hatte einen Verdacht, den er bei der Recherche bestätigt fand: Beim Kalkbrennen dienten früher Flusskiesel als Rohstoff für die Kalkgewinnung. Das Sammeln war mühsam, schlecht bezahlt und galt als Frauenarbeit. Chemische Vorgänge beim Brennen und Löschen sorgten für die Gewinnung des für den Kalkmörtel benötigten Kalks. Kalkmörtel aus Branntkalk und Sand war das im Mittelalter übliche Bindemittel beim Bau von Gebäuden - und Burgen wie die Schauenburg.

Die Häufung von Flusskieseln im Bereich der Keltermauer ist zwar kein Beweis, aber doch ein Indiz, dass die Bezeichnung "Kalkofental" nicht von ungefähr kommt. Vielleicht sind die Kiesel die letzten stummen Zeugen der aufwendigen Kalkgewinnung.


Schön wäre es, wenn wir als Nächstes noch Indizien für das Kelterhause finden würden - z.B.: Reste der mittelalterlichen Torkel oder einen verschütteten Weinkeller mit einem Fass "Schauenburger Ölberg" anno 1459 ... 😉