Dienstag, 1. Mai 2012

Zerstörung der Kronenburg-Schanze

Oberhalb von den Ruinen der so genannten "Kronenburg" befinden sich die Reste einer Schanze (vermutlich eine mittelalterliche Belagerungsschanze), die durch einen illegal errichteten Mountainbike-Trail in ihren Wällen und Gräben bereits deutlich verschliffen wurde. Die Rennstrecke vom Weißen Stein herab erfreut sich unter Mountainbikern offensichtlich großer Beliebtheit, wie diverse Videos auf YouTube belegen. Als Beispiel sei auf das Video "Biken weißer Stein 2011" verwiesen (die Durchfahrt durch die Schanze ist ab 4.33 Min. zu sehen).

Blick auf den "Halsgraben" der  Schanze mit zwei parallelen Fahrspuren (inklusive kleiner Sprungschanze auf dem  anschließenden Wall)
Mittlerweile sind auch verantwortliche Stellen auf die Zerstörung aufmerksam geworden. Nach einer Begehung durch den Forst erfolgte am vergangenen Freitag (27. April 2012) eine Begehung mit Vertretern des Landesdenkmalamtes und der Presse. Das Problem jedoch bleibt: Wie lässt sich die weitere Zerstörung der Schanze verhindern?
Die einfachste Lösung bestünde darin, den Trail vor der Durchfahrt durch die Schanze mit Baumstämmen zu blockieren. Das jedoch würde die Unfallgefahr für Mountainbiker erhöhen, die diese Baumstämme unter Umständen zu spät sehen. Und das möchte niemand verantworten. Eine bessere und sicherere Variante wäre die Umzäunung des Geländes. Aber wer möchte mitten im Wald einen Zaun errichten?
Die beste Lösung (für alle) bestünde darin, die verantwortlichen Mountainbiker würden von sich aus die Schanze meiden bzw. umfahren. Den meisten (wenn nicht allen) dürfte schließlich nicht bewusst sein, dass sie zur Zerstörung eines mittelalterlichen Bodendenkmals beitragen. Und selbst wenn für manche die Aufregung "um ein paar Erdhügel" nicht nachvollziehbar ist, besteht vielleicht ja doch eine Bereitschaft, Rücksicht zu nehmen. Die "Schauenburger" würden es darum sehr begrüßen, wenn Insider der Szene mit uns in Kontakt treten würden, um sich über eine Lösung auszutauschen.
Wichtig: Es liegt uns nichts daran, die Waldpolizei zu spielen und hier irgendjemanden "in die Pfanne" zu hauen. Unser Interesse ist allein die Erhaltung der Schanze in Zusammenarbeit mit allen, die guten Willens sind. Die Kontaktaufnahme kann über den Arbeitsgruppenleiter Eugen Reinhard (eugen.reinhard(at)gmx.de) oder den Verfasser dieses Postings erfolgen (Rafflewski(at)gmx.de).

Kommentare:

  1. verantwortliche Biker ?! - denke das liegt mitten im Wald und die biker sind keine geschlossene Vereinigung die man so erreicht.

    Vielleicht hilft einfach mal eine INFOTAFEL, die über diese Tatsache informiert und eine "umleitung" die für diese Stelle angeboten wird...

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  2. "Wie lässt sich die weitere Zerstörung der Schanze verhindern?"

    ich bin da zwar noch nie gefahren, aber anstatt über Baumstämme und Zäune, könnte man doch vielleicht über ein legales Mountainbike Trailnetz oder wenigstens einen einzigen öffentlichen und legalen Trail nachdenken. Bzw über eine Lösung die langfristig für alle Beteiligten praktikabel ist.

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    1. Leider haben wir (Schauenburg-AG) nicht über die Anlage eines legalen Trails zu entscheiden. Wie ich auf Anfrage erfahren habe (ich selbst wohne ja nicht in Dossenheim), hat der dortige Gemeinderat die Anlage eins Downhill-Trails auf Dosseneheimer Gemarkung abgelehnt, wohl aber eine Verbindung zwischen den Mountainbikestrecken auf Heidelberger und Schriesheimer Gemarkung geschaffen. Ob das für Mountainbiker befriedigend oder nicht ist, kann ich nicht beurteilen, wobei ich die hier geäußerten Kommentare gerne "weiter trage". Allerdings erscheint mir auch bei diesem Vorschlag fraglich, in wie weit ein offizieller Downhill-Trail (der dann ja auch neue Mountainbiker anzieht) die Situation an der Schanze verbessert.

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  3. Bislang war die Schanze durch ihre abseitige Lage bestens geschützt. Da das nicht mehr der Fall ist, wäre die Anbringung einer Infotafel sicher überlegenswert. Ob damit das Durchfahren verhindert werden kann, erscheint mir fraglich. Am sinnvollsten erschiene mir in der Tat eine "Umleitung". Aber wer sollte die anlegen, wenn nicht jene, die bereits die bestehende Abfahrt eingerichtet habe (die hat sich ja nicht einfach "eingefahren")? Offiziell ist die Abfahrt in diesem Bereich eh nicht erlaubt, weshalb auch keine offizielle Stelle eine Umleitung einrichten wird.

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  4. Was ist an dieser Schanze überhaupt so schützenswert? Ich glaube die Menschheit tut dem Planet und der Umwelt schlimmeres an, als die Abnutzung die durch einpaar biker ohne bösen Hintergrund im Wald zu erkennen ist...

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    1. Mit dieser Logik kann man so ziemlich jedes Verhalten rechtfertigen, weil man immer irgendwo etwas Schlimmeres findet. Es unterstellt auch niemand den Bikern einen bösen Hintergrund (geht aus dem Posting hervor). Und es mag ja auch sein, dass mancher Biker (sicher nicht alle) einem Geschichtszeugnis wie der Schanze nichts abgewinnen kann, ebenso wie umgekehrt mancher, der sich für Geschichte interessiert, dem Biken nichts abgewinnen kann, trotzdem kann man auf die gegenseitigen Interessen Rücksicht nehmen. Fakt ist jedenfalls, dass es sich bei der Schanze um ein noch weitgehend unerforschtes Bodendenkmal (Denkmalschutz!) handelt, das Aufschluss über die Geschichte der Kronenburg / Schauenburg geben kann und bei dem es sich vermutlich um das seltene Beispiel einer vergleichsweise (noch) gut erhaltenen Belagerungsschanze handelt (Gräben und Wälle haben was die Erhaltungschancen über Jahrhunderte angeht nun mal schlechte Karten).

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  5. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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