Dienstag, 16. Juli 2013

Was soll das??? Unbekannte Mäher auf der Schauenburg!

Zum wiederholten Mal wurden auf der Ruine Schauenburg von Unbekannten Mäh- und Grünschnittarbeiten durchgeführt.

 
Seit über 30 Jahren ist die Arbeitsgemeinschaft Schauenburg bemüht, nicht nur die letzten Mauerreste zu sichern und zu erhalten, sondern auch die Flora und Fauna zu pflegen.
 
Wenn es irgendjemanden gibt, den vielleicht die Pflanzen auf der Innenseite der äußeren Umfassungsmauer stören, hätte er sich mit der AG-Schauenburg in Verbindung setzen können und wir hätte sicher eine Lösung gefunden.
 
Die Mitarbeiter der AG-Schauenburg sind über ein solches Vorgehen, wie diesen Kahlschlag, bei dem konsequent alle Pflanzen mit einer Motorsense abgemäht oder mit einem Beil abgeschlagen wurden, sehr verärgert. Die abgeschlagenen Pflanzen ließ man natürlich liegen. Die Natur wurde durch diese Aktion verschandelt.
 
Die Schauenburger hatten mit Absicht den ca. 1.00 m breiten Streifen im Mauerbereich nicht gemäht, um die Vielfalt der Pflanzen zu erhalten und den Besucherinnen und Besuchern auch im kommenden Jahr die Freude an der reichen Flora zu ermöglichen. Durch das Mähen der Pflanzen, bevor ihre Samen gereift sind, ist dies nun leider verhindert worden.
 

Die Arbeitsgemeinschaft Schauenburg freut sich über jede neue Mitarbeiterin und jeden neuen Mitarbeiter, dem die Ruine mit ihrer Flora und Fauna am Herzen liegt. Doch auf Vandalen oder „Naturschützer“, die glauben, auf eigene Faust „Ordnung“ schaffen zu müssen, können wir liebend gerne verzichten!

 
Eugen Reinhard
 
Der "Grünstreifen" an der Mauer entlang, wie er von den Schauenburgern über Jahre gepflegt wurde.
Der "Totstreifen", nachdem sich ein unbekannter Wüterich mit der Motorsense darüber hergemacht hat.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Schauenburger trauern um Rainer Vatter


Am Sonntagmorgen, den 7. Juli 2013, ist Rainer Vatter gestorben, der die Arbeit der Schauenburger auf vielfältige Weise unterstützt und gefördert hat.
 
Beim Bau der Brücke half er mit seinem Bagger und Telehandler und fuhr über viele Jahre kostenlos den Mauersand auf die Burg. Auch der große Prophyrstein mit der Informationstafel über Baugestalt und Geschichte der Schauenburg, der über dem Graben bei der Waldhütte steht, ist ein Geschenk von Rainer Vatter.
 
Darüber hinaus transportierte er die schwere Eichenbank zur Klause (Einsiedelei) und unterstützte den Heimatverein mit Rat und Tat bei der Einrichtung des Heimatmuseums und des Steinbruchmuseums. Viele histor. Auststellungs-stücke wie Bagger oder Steinbrecher wären ohne seine Hilfe nicht zu beschaffen gewesen.
 
Es tut uns unendlich leid, dass er gestorben ist!
 
Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten!
 
Für die Schauenburger:
Eugen Reinhard
 

Montag, 8. Juli 2013

Arbeitseinsatz 6. Juli 2013

Die innere Zwingermauer wird in den gesicherten Abschnitten mit Erde hinterfüllt.

Nur 6 "Schauenburger" fanden an diesem Samstag bei sommerlichem Wetter den Weg auf die Burg. Haupteinsatzbereich war die innere Zwingermauer. Sie wurde weiter frei geputzt, im gesäuberten Bereich aufgemauert und in den bereits gesicherten Abschnitten wieder mit Erdreich hinterfüllt.

 

Deutlich an den dunklen Fugen zu erkennen: der frisch aufgemauerte Abschnitt der inneren Zwingermauer. Die Aufmauerung ist notwendig, um den in Richtung Hauptburg steil ansteigenden Hang zu sichern. Schon einmal nach den Freilegungen in den 1930er Jahren ist die innere Zwingermauer von nachrutschenden Hangmassen "begraben" worden.


MUSS DAS SEIN? 
Für Ärger sorgte erneut das rücksichtslose Verhalten mancher Besucher. An verschiedenen Stellen wurden Pflanzen wie Klatschmohn, Natternzungen und Kermesbeere einfach kaputt geschlagen.
Mag sein, dass es sich bei den "Rabauken" um Kinder handelte, aber dann sind hier die Eltern gefragt!

BEISPIELE FÜR VANDALISMUS AUF DER SCHAUENBURG:

- Zerstörung von Pflanzen (diesen Samstag)
- Verbrennung von Arbeitsmaterial/Gerüstdielen (letzten Samstag)
- Beschädigung von Sitzbänken
- Zerstörung von Informationstafeln
- Einbrüche in die Bauhütte (in der wirklich nichts zu holen ist!!!)
- Fetenfolgen: Feuerstellen, Müll, zerschlagene Flaschen (immer mal wieder)
- Schädigung von Bäumen (durch das wilde Abreißen / Abschlagen von Ästen fürs Lagerfeuer, das tiefe Einsägen des Stammes oder die Entfernung der Baumrinde, um das Absterben eines Baumes zu bewirken - hier waren vor Jahren die "wahren" Hohlköpfe am Werk!)

Alle Fotos: Eugen Reinhard

Sonntag, 23. Juni 2013

Arbeitseinsatz 22. Juni 2013

Arbeitsbereiche:

Am Samstag wurde die Arbeit an den bisherigen Bereichen fortgesetzt: Sowohl die innere Torzwingermauer als auch die Fundamentmauern des "Torwärterhäus-chens" (rechterhand nach Überschreiten der Brücke) wurden weiter freigelegt und teilweise aufgemauert.

Besondere Vorkommnisse:

Am Nachmittag besuchte Bürgermeister Hans Lorenz die Schauenburger, dessen Ehefrau zwei überaus schmackhafte Erdebeerkuchen gebacken hatte. Herzlichen Dank!

Ein wenig irritierend war indes die gigantische schwarze Rauchsäule, die stundenlang über MA/LU aufstieg und ein dunkles Wolkenband am Himmel bildete, das sich bis über den Odenwald zog. Wie später aus dem Radio hervorging, war die Ursache ein Großbrand in einer Lagerhalle in Ludwigshafen.

Für besonderen Ärger sorgte ein unbekannte Gruppe, die bei einer nächtlichen Feier am Vortag nicht nur Gerüstbretter verbrannte, sondern auf der blindwütigen Suche nach Brennholz auch Pflanzen und Bäume schädigte. Anzeige wird erstattet!

Und hier der Arbeitseinsatz in Bildern:


Die innere Torzwingermauer wird weiter freigelegt.
 

Eugen mauert die innere Torzwingermauer auf, um den dahinter liegenden Hang zu "stützen".


Ansicht der aufgemauerten inneren Torzwingermauer. Die schwarzen Löcher markieren Zugänge zu Hohlräumen, die Eugen bewusst in der Mauer angelegt hat, damit hier Eidechsen (oder Insekten) Zuflucht finden. Die "Zugänge" entstanden durch das Einmauern von Stöcken, die am Ende des Arbeitstages wieder "gezogen" wurden. Seit Jahren sorgen die Schauenburger auf diese Weise für geschützte Rückzugsräume.
   

Hermann legt die rückseitige Mauer des "Torwärterhäuschens" frei.
 

Ein Teil der freigelegten Mauer des "Torwärterhäuschens" wird aufgemauert. Die Mauer unterfängt den großen Versturzbrocken der Schildmauer, der unmittelbar links von meinem Kopf zu sehen ist. Die maximale Höhe der Aufmauerung entspricht der Höhe, in der die hangseitige Außenkante noch erhalten war.
 

Der gesicherte Teil des "Torwärterhäuschens" (fast fertig)
 

Das Ehepaar Lorenz "verführt" die Schauenburger mit Erdbeerkuchen und Kaffee.
 

"Gärtner" Albert begutachtet die einmalige Blumenpracht auf der Schauenburg.
 

Sonntag, 9. Juni 2013

Arbeitseinsatz 8 Juni 2013

Arbeitsbereiche:


A1: Zwischenmauer Vorburg
A2: innere Torzwingermauer
A3: "Torwärter-häuschen 1"

blau: Torweg
orange: freigelegte Mauerzüge
grün: gesicherte Mauerzüge

Arbeitsbereich A2: 

Sicherung der freigelegten inneren Torzwingermauer. Vermutlich diente die relativ dünne Mauer vor allem als Hangmauer, um den Torweg vor abrutschender Erde zu schützen.

 

Arbeitsbereich A3:

Ausschnitt aus dem Grundriss mit schematischer Einzeichnung der Befunde.

1: "Torwärterhäuschen"
2: Die freigelegten Mauern des Torwärterhäuschens, die mit den angrenzenden Mauern nicht verzahnt sind (durchgehende Fugen)
3: Versturzbrocken von der Schildmauer
4: Sandsteinplatten (als Auflager für Fachwerkbalken?)
5: Steinsetzung hinter der inneren Torzwingermauer (Bedeutung unklar; wird wieder mit Erde bedeckt)


Andreas beim "Putzen" der freigelegten Fundamente.

Die "offene Seite" des "Torwärterhäuschens" zum Torweg hin (früher eventuell durch eine Fachwerkwand geschlossen). Am oberen Bildrand in der Bildmitte ist der Versturzbrocken von der Schildmauer erkennbar, der ein Stück über die erhaltenen Fundamente ragt.
Blick auf das Torwärterhäuschen (mit dem am Samstag aufgemauerten Mauerabschluss) und die dahinter anschließende innere Torzwingermauer, die noch der Sicherung bedarf. Unter dem Steinhaufen im Vordergrund sind die auf der Erde liegenden Sandsteinplatten erkennbar, die eventuell als Auflager für Fachwerkbalken dienten.
 

Probleme mit dem Nachwuchs? - wie geht das?

Während viele Vereine, die nicht im Sportbereich angesiedelt sind, über zunehmende Überalterung klagen, ist der Trend bei den "Schauenburgern" weiter gegenläufig. Waren früher hin und wieder ein paar Jugendliche mit bei der Truppe, gibt es heute einen festen Stamm von U18-Mitarbeitern, der zuweilen die Hälfte der Belegschaft ausmacht (so wie an diesem Samstag - siehe Foto).
 

Zwei Alt-Schauenburger im Gespräch
 

Arbeitseinsatz 25. Mai 2013

Nach mehreren verregneten Wochenenden konnte endlich wieder ein Arbeitseinsatz bei optimalen Schaffwetter stattfinden. Die Besetzung war aufgrund der Pfingstferien zwar etwas reduziert, doch trotzdem effektiv am Werk.


Albert und Peter legten das Mauerwerk des kleinen Raumes frei, der sich dem Besucher nach Überschreiten der Brücke rechterhand öffnet
("Torwärterhäuschen 1").


Blick auf das "Torwärterhäuschen 1" nach der Freilegung des Mauerwerks von der Brücke aus.


Bereits im Zuge der letzten Arbeitseinsätze konnten die Reste der "inneren Torzwingermauer" freigelegt werden (die wohl nur die Funktion einer Hangmauer hatte). Hier hat Eugen nun mit der Sicherung begonnen. Im weiteren Verlauf stößt diese Mauer auf das von Albert und Peter freigelegte "Torwärterhäuschen 1".

 
Simon mit unserer neuen Motorschubkarre.
 
 
Matthias beim Speismischen
 

Volker (mal wieder) über dem Abgrund.
 

Donnerstag, 16. Mai 2013

Wer? Wie? Was? Warum? - die neuen Schautafeln für kleine Burgenforscher

Das Ziel der "Schauenburger" ist es, durch ihre Arbeit die Burgruine für alle interessierten Besucherinnen und Besucher als geschichtliches Dokumennt "lesbar" zu machen (siehe Leitlinien, Punkt 2). Diesem Anliegen dient die Sicherung und Sichtbarmachung der zum Teil in den letzten Jahrzehnten verschütteten Fundamentmauern sowie die Wiederherstellung des ursprünglichen Zugangs über eine neu errichtete Holzbrücke. Trotzdem ist es für das ungeübte Auge nicht leicht, die erhaltenen Bauresten ihrer ursprünglichen Funktion nach zu bestimmen.
Aus diesem Grund haben die "Schauenburger" 2012 vier Informationstafeln auf der Burg angebracht, die nicht nur, aber vor allem kleinen Besuchern einen spannenden Einblick in das mittelalterliche Leben auf einer Burg erlauben sollen.
Die erste Tafel befindet sich im Torzwinger neben dem Backsteinpfeiler des dritten Tores und beantwortet die Frage: "Warum ist hier die Phantasie gefragt?". Eine zweite Tafel, die sich über den Fundamenten des mutmaßlichen Palas erhebt, trägt die Überschrift: "Was ist ein Palas"? Die dritte Tafel in der Mitte des Burghofs erklärt die Bedeutung des einstmals höchsten Gebäudes, das heute nur schwer zu erkennen ist: "Wo ist der Bergfried?". Und eine vierte und letzte Tafel, die etwas versteckt hinter der Schildmauer über dem Burggraben und den erhaltenen Teilen der Vorburg liegt, stellt die Frage: "Warum ist im Burggraben kein Wasser?"

Die Informationstafel in der Hofmitte vor dem Stumpf des Bergfrieds (Foto: Christian Bürgy)
Informationstafel vor dem Bergfried (Foto: Christian Bürgy)
Foto zur Vergrößerung einfach anklicken.

Sonntag, 12. Mai 2013

Arbeitseinsatz 11. Mai 2013

Beim dritten Anlauf hat´s geklappt! Nachdem zwei Arbeitseinsätze regenbedingt "ins Wasser gefallen" waren, konnte am letzten Samstag endlich wieder gearbeitet werden. Wirklich angenehm war das Wetter allerdings nur am Vormittag. Zwei Wolkenbrüche am Nachmittag setzten den Schauenburger doch deutlich zu.
  
Hier ein paar Bilder vom Arbeitseinsatz (soweit nicht anders notiert, stammen die Fotos von Eugen Reinhard):

Endlich geschafft! 

Die äußere Torzwingermauer ist bis zur Abbruchkante am Steinbruch (der heute von einer Betonplatte überspannt wird) fertig gestellt. Für Eugen Reinhard, der an diesem Tag Hilfe durch Hermann Fischer (Foto) erhielt, geht es bei den nächsten Arbeitseinsätzen an der inneren Torzwingermauer weiter. Auch diese konnte am Samstag in ihren erhaltenen Fundamentresten weiter freigelegt werden (leider ohne Foto).

Grünschnitt über dem Abgrund

Gesichert durch ein Kletterseil beseitigt Volker den Bewuchs an der Steinbruch-kante.

Grillmeister in Aktion!

  
Ein herzliches Dankschön gilt Karlheinz Frauenfeld, der zur Mittagspause für die Schauen-burger den Grill anwarf.

War echt lecker!

Fast geschafft!

Gute Fortschritte machten auch die Arbeiten an der Zwischenmauer im Vorburgbereich (Foto: Oliver Habiger).
Der untere Abschnitt der Zwischenmauer ist bereits fertig gestellt.
Leider war es aufgrund heftiger Wolkenbrüche nicht möglich, die Fugen auf der Mauerober-seite (Abdecklung) nachzustreichen.
Der Speis war zu nass.
Die Zwischenmauer "von unten" gesehen. Im Rahmen der nächsten Einsätze soll die Erde (linker Bildrand) wieder gegen die Mauer geböscht werden, so dass nur die obere Steinschicht auf dieser Seite sichtbar bleibt.











Und dann kam der Regen ...

(Fotos: Oliver Habiger)