Mittwoch, 6. April 2016

Lage der Sehenswürdigkeiten

Bei Dossenheim (den Ölberg eingeschlossen) befinden sich zahlreiche Sehens-würdigkeiten (Natur- und Kulturdenkmäler). Die nachfolgende Karte bietet einen schematischen Überblick (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Nicht auf der Karte zu sehen, ist die Lage der ehemaligen Neckarzollburg "Schwabeck" oder "Schwabeneck", an die ein Gedenkstein auf Höhe der Neckarschleuse unweit des Schwabenheimer Hofs erinnert.


Nummerierung:

1. Burgruine Strahlenburg

2. "Schwedenschanze"

3. Ölbergsteinbruch

Biotop und Kletterfelsen mit Ruinen neuzeitlicher Industriegebäude. 
Steinschüttungen an den Hängen werden als Reste keltischer Ringwälle gedeutet.

4. Absprungschanze der Drachen- und Gleitschirmflieger

5. Burgruine Schauenburg über dem Schlossbruch

Im Schlossbruch befindetn sich ein Fahrradtrial-Trainingsgelände und ein Waldkindergarten.

6. Reste einer Sperrmauer im Kalkofental

7. Steinbruch "Vatter"

Auf dem abgesprengten Rücken des Sporenberges soll sich eine "Schanze" befunden haben (Zusammenhang mit Schauenburg möglich). In einer Senke im Steinbruch versteckt sich das Fort der "Lakota-Trading-Post".

8. Heimatmuseum Dossenheim

9. Evangelische Kirche (14./15. Jh.)

10. Klause

11: Ruine der so gen. "Kronenburg"

12: Schanze 

Vielleicht eine Belagerungsschanze der "Kronenburg" (Graben-Wall-System, das in jüngster Zeit durch einen Mountainbiketrial gestört wurde)

13: Steinbruch "Leferenz" mit Feldbahn- und Steinbruchmuseum

14: Ruine "Waldsberg" ("Mauersechseck im Wolfsgrund")

Die Fundamentreste deuten auf einen spätmittelalterlichen befestigten Herrenhof hin, wurden aber auch schon als Reste einer germanischen Sternwarte, keltischen Maßburg und mittelalterlichen Fliehburg gedeutet.

Montag, 4. April 2016

Diesen Samstag: Tag der offenen Klause!

Die Klause bei Dossenheim ist ein für den Odenwald einzigartiges und doch unbekanntes Kulturdenkmal. Lange Zeit war sie nicht mehr zu betreten. Die gemauerten Wände waren eingestürzt, der Innenraum verschlammt.
Dank des Einsatzes von Eugen Reinhard und Hermann Fischer kann sie jetzt wieder von Wanderern sicher betreten werden (auf den Kopf muss jedoch jeder selbst Acht geben!).

Der "Tag der offenen Klause" bietet eine einmalige Gelegenheit, die Klause nebst ihrer Geschichte im Rahmen einer gemütlichen Rast im Wald kennen zu lernen.

Blick von Außen auf den unterhöhlten und untermauerten Findling der Klause.

Blick von Innen in Richtung Eingang. Hier hinten kann man sogar aufrecht stehen! (Trotzdem bitte weiterhin auf den Kopf achten!)

schematischer Lageplan der Klause: mit dem Auto an der evangelischen Kirche vorbei die Talstraße hoch zur letzten Straßenkehre. Dann zu Fuß weiter (über den oberen "roten" Wanderweg).

Sonntag, 3. April 2016

Arbeitseinsatz am 2. April 2016

Die Tücken einer Treppe: 

Bei frühlingshaften Temperaturen und guter Besetzung ging es am Samstag an die Sanierung der Treppe im Vorburgbereich. Ein schwieriges Unterfangen!

Um die über Jahrhunderte deformierte Treppe wieder "gerade" auszurichten und neu zu gründen, hätte wir sie komplett abtragen und neu fundamentieren müssen. Dies kam jedoch aus zwei Gründen nicht in Frage: Zum einen sind die schweren Sandsteinstufen selbst mit vereinten Kräften kaum zu tragen. Zum anderen ist es unser Ziel, möglichst viel alte Bausubstanz zu erhalten - auch wenn der "Zahn der Zeit" deutliche "Nagespuren" hinterlassen hat. Wer braucht schon eine "kerzengerade" Ruine?!

Aus diesem Grund entschlossen wir uns zu einem "Mittelweg": Sandsteinplatten "in situ" wurden belassen und lediglich von der Seite neu "unterfüttert", deutlich verschobene Sandsteinplatten heraus gewuchtet, untermauert (fundamentiert) und mit neuer Ausrichtung an alter Stelle wieder eingesetzt.

Problematisch dabei: Wo fängt man an? Beginnt man mit den oberen Stufen, verbaut man sich den Materialweg nach unten, da die neu gesetzten Stufen nicht gleich belastet werden dürfen. Beginnt man mit den unteren Stufen, verbaut man sich den "sicheren Stand", der notwendig ist, um die höheren Stufen heraus zu wuchten. Der "Kompromiss": Am Samstagvormittag wurden die untersten vier Stufen teilweise ausgebaut, neu untermauert und von oben nach unten wieder eingesetzt. Am Nachmittag wurden die drei obersten Stufen der gleichen Behandlung unterzogen, wobei die ungesicherten Stufen dazwischen als Standfläche und Ablageraum dienten. Beim nächsten Arbeitseinsatz sollen auch sie gesichert werden.

Die Treppe im Grundriss aus den 1930er Jahren: 
Deutlich zu erkennen ist die "Verkürzung" der drei untersten Stufen. 
Rot markiert sind die Negativabdrücke der beiden Gewände des Tores (bzw. der Tür), das im Mittelalter die Treppe überzog. Überraschend gut haben sie sich bis heute erhalten.
Die oberen Treppenstufen zogen sich dem Plan nach von Wand zu Wand (heute sitzen sie nur noch "links-bündig"). 
Fehler im Plan: Es sind zu viele Stufen eingezeichnet.

Foto rechts (Eugen): Wie viel Erde sich auf, unter und zwischen den Treppenstufen abgelagert hat, wird erst bei der Freilegung deutlich.

Foto rechts (Eugen): Die Stufen 3 bis 5 bei der Sanierung. Deutlich erkennbar ist, wie tief die Stufen unterfangen werden mussten.
Rechts unten im Bild: Eine große Sand-steinplatte (A) diente als Auflager für das Gewände.

Foto links (Eugen): der untere Treppenbereich mit den Negativabdrücken des Gewändes (im zweiten Bild rekonstruiert).










Foto oben (Jan): Gesamtansicht der Treppe mit der Arbeit am "oberen Ende".
Foto unten (Jan): Die letzte Stufe wird gesetzt und gerichtet.


Doch nicht nur an der Treppe wurde gearbeitet. Auch das "Grünschnitt-Team" war wieder schwer aktiv (Foto: Eugen).
Und selbst nach dem offiziellen Ende des Arbeitseinsatzes ließ es sich ein "Schauenburger" nicht nehmen, die äußere Zwingermauer noch alleine weiter frei zu legen (Foto: Jan).

Sonntag, 27. März 2016

Karsamstag auf dem Ölberg

Ölberg - den gibt´s nicht nur in Jerusalem. Auch die Schauenburg liegt an einem "Ölberg". Dieser erhebt sich zwischen Schriesheim und Dossenheim und wird von den beiden Burgruinen Strahlenburg und Schauenburg flankiert. An seiner höchsten Stelle klafft eine breite Narbe: Ein stillgelegter Quarzporphyrsteinbruch, der heute als Kletterfelsen und Biotop dient.
Die folgenden Fotos sind am Samstag, 26. März 2016, bei einem Abendspaziergang über die Schauenburg zum Steinbruch entstanden.

Fotos: Jan Rafflewski.




Fotos oben und links:
Die Schauenburg.

Foto unten:
Graffiti in den Ruinen neuzeitlicher Gebäude im Steinbruch.

Fotos dahinter:
Ansichten des Steinbruchs (die "bunten Punkte" am Felsen sind Kletterer)

Abendstimmung von der Absprungrampe der Drachen- und Gleitschirmflieger (grandiose Aussicht!!!)

Eindrücke vom Rückweg zur Schauenburg nach Sonnenuntergang.










Sonntag, 20. März 2016

Arbeitseinsatz am 19. März 2016

Die "Mauer auf der Kante"


Nicht alle Mauerreste auf der Schauenburg lassen sich klar einer Funktion oder einem Gebäude zuordnen. Auch der kleine Mauerrest unmittelbar über der Steinbruchkante erlaubt in dieser Hinsicht keine Aussagen mehr. Es ist sogar sehr fraglich, ob die wenigen noch erhaltenen Steinlagen überhaupt aus dem Mittelalter stammen. Auf dem Plan aus den 1930er Jahren ist ein Abschnitt der Mauer als erhalten markiert (flächig schwarz), den längst der Steinbruch "kassiert" hat. Hingegen ist der heute erhaltene Abschnitt (Im Plan rot markiert) nur gestrichelt (= rekonstruiert) dargestellt. Da dieser Abschnitt zudem mit schweren Eisenschienen unterfangen ist, legt sich der Verdacht nahe, dass der Mauerverlauf in den 1930er Jahren ergänzt wurde. Die im Zuge unserer Arbeiten entdeckten und aufgemauerten Steinlagen wären demnach Reste der neuzeitlichen Rekonstruktion. Dennoch haben wir uns zur Aufmauerung auch dieser Reste entschlossen, um sie zu erhalten und dem Besucher deutlich zu machen, dass hier im Mittelalter ein Mauer verlief - welcher Funktion auch immer.


Bild rechts: Der "Materialweg" zur "Mauer auf der Kante"
Bild rechts: Die Aufmauerung der "Mauer auf der Kante" durfte an der Außen-seite nur mit Seilsicherung erfolgen. Zum Abgrund ist es hier nur einen Schritt.

Bild unten: Aufmauerung von Innen (deutlich sicherer!)


Fotos unten: Ludwig, ein Schauenberger der ersten Stunde, sorgt für Speis.

 

Nach getaner Arbeit kann das Gerüst abgebaut werden.


Die talseitige Außenmauer, nachdem auch hier am Samstag das Gerüst entfernt werden konnte.
Blick auf die talseitige Außenmauer.

Sonntag, 6. März 2016

Arbeitseinsatz am 5. März 2016

Schlecht war der Wetterbericht für den ersten Arbeitseinsatz am 5. März 2016 - viel schlechter als das Wetter. Denn allen Unkenrufen zum Trotz: außer einem kurzen Regenschauer am Nachmittag blieb es weitgehend trocken.
Doch die schlechte Wetterprognose zeigte Wirkung: Als um 8.00 Uhr der erste Arbeitseinsatz beginnen sollte, waren gerade mal zwei "Schauenburger" vor Ort. Zwei weitere tröpfelten bis zum Mittag hinterher. Ein schleppender Anfang! 
Nichtsdestotrotz trug auch dieser Einsatz seine Früchte. So konnte vor allem die talseitige Außenmauer mit der finalen "Deckelung" versehen und fertig gestellt werden. Auch an der kleinen anschließenden Mauer nahe der Steinbruchkante konnte weiter gearbeitet werden.

Der Plan links zeigt den erhaltenen Vorburgbereich. Die blaue Farbe markiert den am Samstag fertiggestellten Bereich der talseitigen Außenmauer. Die rote Farbe markiert den Rest einer dünnen Mauer unmittelbar an der Steinbruchkante.

Die talseitige Außenmauer (Gesamtansicht).

Der am Samstag fertig gestellte Abschnitt der talseitigen Außenmauer (im Plan blau markiert).

Die Abbruchkante der talseitigen Außenmauer mit dem daran anstoßenden Rest einer dünnen Mauer (im Plan rot markiert) unmittelbar vor der Steinbruch-kante. Im weiteren Verlauf ist diese Mauer nicht mehr vorhanden.

Die dünne Mauer oberhalb der Steinbruchkante. Der Bereich wurde weitgehend neu aufgemauert. Die rote Eisenschiene wurde vermutlich bei den Sanierungs-arbeiten in den 1930er Jahren eingezogen, um den letzten Mauerrest zu unterfangen und vor dem Absturz zu bewahren.

Die Schauenburg vom Kalkofental aus gesehen.