Donnerstag, 14. Juli 2016

Arbeitseinsatz am 9. Juli 2016

Der Arbeitseinsatz stand ganz im Zeichen der Vorbereitung für den "Besuch im Spätmittelalter" am großen Festwochen-ende (16. und 17. Juli). Klaus Matitschka reparierte das Geländer auf der Brücke und am Bassin neben der Brückenrampe. Karlheinz und Hanni Frauenfelder bereiteten für die Schauenburger ein Probeessen mit Würstchen und Linsen aus dem Kessel über offenem Feuer zu. 
Und nachdem am Vormittag bereits der Vorplatzbereich um Bauhütte und Container auf Vordermann gebracht war, widmeten sich am Nachmittag alle Anwesenden den Erdarbeiten im Bereich der Zwingermauer.

Beim Probeessen




Erdarbeiten an der Zwingermauer


Gesamtansicht der Zwingermauer


... und wer wissen will, wie die Linsen schmecken, kann sie am kommenden Wochenende selbst probieren.

Herzliche Einladung zu einem "Besuch im Spätmittelalter!"
 

Samstag, 2. Juli 2016

Wippbrücke

Die Schauenburg besaß eine damals sehr fortschrittliche Art der Zugbrücke – eine Wipp-Brücke

Ein Beitrag von Jörg Sommer

Die meisten mittelalterlichen Burgen hatten eine unmittelbar vor dem Tor einseitig gelagerte Zugbrücke, die mit Ketten hochgezogen werden musste. Diese Ketten liefen über Mauer-öffnungen links und rechts seitlich oben am Tor, in denen Rollen angebracht waren, und von dort ins Innere des Torgebäudes. Dort mussten an beiden Ketten jeweils mindestens drei Mann ziehen, um die schwere, aus Eichenbalken gezimmerte Zugbrücke hoch zu bekommen. Das hat kürzlich der Baustatiker Gerhard Hess ausgerechnet (Burgen und Schlösser, Heft 1/2016, S. 37 – 45). In einigen Burgen wurden die Ketten auch auf einem Wellenbaum aufgewickelt. Dieser konnte aber aufgrund der beengten Verhältnisse nur mit einem eingesteckten Hebel jeweils eine halbe Umdrehung bewegt werden – danach musste der Hebel umgesteckt werden, um die nächste halbe Umdrehung zu machen usw. Meist war aber gar kein Platz für einen Wellenbaum vorhanden, so dass wir davon ausgehen können, dass in den meisten Burgen die Zugbrücken wegen des großen Aufwandes nur im äußersten Notfall hochgezogen wurden, die Burg also bei einem Überraschungsangriff schlecht geschützt war.
Im 13. Jht. kam jedoch eine Innovation auf, mit der die oben beschriebenen Probleme mit einem Schlag gelöst wurden: Die Wipp-Brücke (siehe Zeichnung aus Otto Piper, Burgenkunde, S. 316). Diese Brücken wurden jetzt in der Mitte gelagert (wie eine Kinder-Wippe auf dem Spielplatz). Trotz ihres gleich großen Gewichtes wie die "normalen" Brücken konnte die Wipp-Brücke von nur einem Mann bedient werden. Der sonst über dem Burggraben liegende Teil verschloss beim Hochziehen das Tor, wie auch bei der herkömmlichen Zugbrücke. Die andere Hälfte allerdings, die in das Torgebäude hineinragte, musste nach unten schwingen können, weshalb hier ein sogenannter "Brückenkeller" erforderlich war. Ein solcher Brückenkeller ist am Außentor der Schauenburg deutlich zu sehen (siehe Foto). 
In dem Modell im Heimatmuseum Dossenheim ist die Schauenburg allerdings noch mit der herkömmlichn Zugbrücke und zwei Tortürmen dargestellt. Das ist schon deshalb unwahrscheinlich, weil Tortürme fast immer einen regulären kreisrunden oder quadratischen Grundriss hatten, was in der Ruine offensichtlich nicht der Fall ist. Das stärkste Argument für eine Wippbrücke ist aber der Brückenkeller.                                                                                                           

Samstag, 25. Juni 2016

Arbeitseinsatz am 25. Juni 2016

Der düstere Wetterbericht ("Starkregen" / "heftige Gewitter") hatte wohl einige "Schauenburger" abgeschreckt. Nur eine kleine Handschar hatte den Weg auf die Burg gewagt. Doch das Wetter hielt - bis auf wenige Tropfen - und die Anwesenden konnten einen vollen Einsatz fahren.
Im Zentrum der Bemühen stand noch einmal die Sandsteintreppe im Vorburgbereich, genauer gesagt: die sie nach unten begrenzende Mauer. Aus Sicherheitsgründen musste diese auf Brüstungshöhe aufgemauert werden, um mögliche Stürze zu verhindern. 15 Mischerfüllungen Speis plus etliche Schubkarren Steine mussten bis zur Fertigstellung aufgeboten werden. Damit steht einer Öffnung der Treppe für den Publikumsverkehr nichts mehr im Wege.

Foto links: Die Sandsteintreppe von unten fotografiert. Lediglich die Fugen müssen noch nachgefahren und "gekehrt" werden.
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Den ersten Tag mit dabei: Marc Miltner beim Beschaffen von Steinen.

Tierische Begegnung: 

Die Wälder über Dossenheim sind ein Paradies für Tiere. Besonders Begegnungen mit Wildschweinen sind keine Seltenheit. Nachstehend 2 Fotos von diesem Wochenende, die Arbeitsgruppenleiter Eugen Reinhard beim Waldspaziergang auf dem Kirchberg geschossen hat:

 

Mittwoch, 15. Juni 2016

ES DARF GEFEIERT WERDEN!!!

Nach rund 556 Jahren ist es wieder so weit: "Echte" Ritter nehmen die Schauenurg in Besitz - und Sie sind herzlich eingeladen, ein Wochenende mit ihnen zu verbringen! Termin unbedingt vormerken und blocken!!!



Sonntag, 12. Juni 2016

Arbeitseinsatz am 11. Juni 2016

Die Treppe ist fertig!



Nein, die Arbeit war nicht gerade "kreuzschonend".
Nur mit vereinten Kräften ließen sich die schweren Sandsteinplatten der beiden obersten Stufen in die ihnen angedachten Positionen hieven.
Aber es hat geklappt! Und damit sind die Arbeiten an der großen Sandsteintreppe im Vorburgbereich abgeschlossen.
Um diesen Bereich jedoch wieder dem Besucherverkehr frei zu geben,
muss die flankierende Mauer noch auf Brüstungshöhe aufgemauert werden.
Das dafür notwendige Gerüst konnte ebenfalls gestellt werden.



Desweiteren wurden an diesem Samstag ein neues Geländer am Wasserbassin bei der Brückenrampe gebaut, Strauchwerk zurück geschnitten und die äußere Zwingermauer weiter frei gelegt. Sie ist das nächste vielversprechende "Projekt", das wir in Angriff nehmen werden. 

         
Die fertige Treppe von oben:
Die fertige Treppe von unten:




Die äußere Zwingermauer mit den Resten eines Strebepfeilers. Wenige Meter steht sie noch aufrecht und begrenzt den Torweg an der modernen Steinbruchkante zur Talseite hin. Aufgrund dieser Lage wird die freigelegte und sanierte Mauer von Weitem bereits zu sehen sein und der Burg den Eindruck der Geschlossenheit auch von der Talseite her wieder geben.







Die Darstellung unten zeigt, wie diese Mauerpartie in den 1930er Jahren nach der damaligen Sanierung ausgesehen hat - und wie sie in ein paar Jahren wieder aussehen könnte.

Dienstag, 31. Mai 2016

Sicherung und Erhaltung der Vorburg

Ein Rückblick von Arbeitsgruppenleiter Eugen Reinhard:

Seit ca. 7 Jahren waren die Mitarbeiter der AG Schauenburg damit beschäftigt einen großen Teil der südlichen, äußeren Zwingermauer und die letzten noch erhaltenen Mauerreste von Gebäuden im Vorburgbereich zu sichern und zu erhalten. Auch die große, vom Zwinger in die Vorburg führende, teilweise  aus schweren Sandsteinplatten bestehende Treppe wurde gesichert und wird bis zur Veranstaltung „Besuch im Spätmittelalter“ wieder begehbar sein.
Die zum Teil bis zu 400kg schweren Trittstufen der Treppe wurden vermutlich im Laufe des letzten Jahrhunderts von Jugendlichen von der Treppe weggewuchtet und mussten nun mit einem Seilzug und einem Kopfkran an ihren Platz als Trittstufe wieder mühsam hochgeschafft werden.
Die AG-Schauenburg bedankt sich bei dem Dossenheimer Künstler, Knut Hünecke, der  uns bei dieser schweren Arbeit mit seinen Geräten unterstützte und beim Versetzen der Stufen mit Rat und Tat zur Seite stand.
Zum Schutz der Besucher im neu gesicherten Vorburgbereich wurde an der Steinbruchkante von der Gemeinde ein stabiler Zaun aufgebaut.
Viele Besucher aus nah und fern bekunden durch ihren Besuch auf der Ruine Schauenburg und den Besuch beim „Tag der offenen Klause“ ihr Interesse an der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Schauenburg.
Bei ihnen allen möchten sich die Mitarbeiter der AG-Schauenburg bedanken. Besonderer Dank geht an die Dossenheimer Geschäfte, Bäckerei Sommer, nah und gut Weismehl, Hofladen Schröder und Herrn Metzgermeister Rolf Künzer, die für unsere Veranstaltungen Speisen und Getränke spendeten.

Die „Schauenburger hoffen, dass am 16. Und17. Juli die Veranstaltung im Rahmen der 1250 Jahrfeier „Besuch im Spätmittelalter“ bei der Ritter, Musiker und Handwerker den Besuchern das Leben auf einer Burg im Mittelalter vor Augen führen, erfolgreich werden wird.    

Einst und Jetzt 

Die Arbeit auf der Schauenburg ist anstrengend und mühsam. Manchmal hat es den Eindruck, dass es kaum vorwärts geht. 
Dieser Eindruck ändert sich jedoch schlagartig, wenn man nicht von Woche zu Woche blickt, sondern sich den über Jahre gewachsenen Erfolg vor Augen hält. Die beiden nachfolgenden Fotos machen das deutlich: Das obere zeigt den Bereich der Vorburg nach Entfernung des Buschwerkes vor Beginn der Freilegung der unter der Erde vorhandenen Fundamentreste, das zweite den Bereich der Vorburg nach der weitgehend erfolgten Sanierung.




Montag, 30. Mai 2016

Arbeitseinsätze am 14. und 28. Mai 2016

Die Arbeiten an den beiden letzten Einsatztagen beschränkten sich auf drei Bereiche:

1. Transport schwerer Sandsteinplatten (Stufen)

Dank der Hilfe des Künstlers Knut Hünecke, der uns neben seiner Arbeitskraft auch einen Lastkran zur Verfügung stellte, konnten schwere Sandsteinplatten aus dem Vorburgbereich auf den Burgweg verlagert werden. Eventuell können sie als Trittstufen Verwendung finden.

 
Die erste Stufe wäre geschafft!!!

 2. Freilegung der äußeren Zwingermauer


"Leben am seidenen Faden":

Unser "Bergsteiger" Volker bei der Freilegung der äußeren Zwinger-mauer über der Steinbruchkante.


"Humor ist, wenn man trotzdem lacht!"

(Entwarnung: Fotomonage)




Die äußere Zwingermauer (Detail)

3. "Holzarbeiten"

Beim Einsatz am Jahrestag der Ersterwähnung Dossenheims im Lorscher Codex (28. Mai) wurden die letzten Reste eines umgestürzten Baumes beseitigt und die abgefaulten Geländerpfosten am "Bassin" neben der Brückenrampe ersetzt.



Mittwoch, 4. Mai 2016

Arbeitseinsatz am 30. April 2016

Es muss ein lauter RUMS gewesen sein, als die schwere Eiche quer über den Burgweg fiel. Zum Glück war niemand unterwegs. Und dank der eifrigen Forst-arbeiter war am Samstagmorgen auch der Weg für die "Schauenburger" wieder frei. Wie geplant konnte der Arbeitseinsatz über die Bühne gehen. Nachfolgend ein paar Impressionen aus Eugens Kamera:

Erneut stand die Treppe im Vorburgbereich im Zentrum der Anstrengungen. Die letzten erhaltenen Stufen wurden von Wurzelwerk und Erdreich befreit, neu untermauert und an alter Stelle wieder eingesetzt.


Ein Schluck Wasser nach getaner Arbeit. Jetzt fehlen nur noch die beiden obersten Stufen, von denen an Ort und Stelle nichts mehr erhalten ist.


Eugen verfugt die Mauer im Raum neben der Treppe. Der obere Teil wurde vor Jahren bereits neu aufgemauert.




Auch die Freilegung der äußeren Zwingermauer unterhalb des Torwegs schritt weiter voran.

Unsere "jüngsten" Mitarbeiter: Bereits ein gestandenes Team!