Freitag, 17. Februar 2017

Das Geheimnis der beiden Stüzpfeiler

Die Außenseite der Zwingermauer zeigt die Reste von zwei Stützpfeilern, die im Grundriss links markiert sind.
Eine einheitliche Deutung ist aufgrund der Befunde nicht möglich.

Stützpfeiler A: senkrecht ansteigend, ausgeführt mit Quadern (bessere Qualität als die Bruchsteinmauer dahinter).

Der Stüzpfeiler ist scheinbar nachträglich vor die Mauer gesetzt worden. Auf Höhe des Stützpfeilers lag oberhalb der Zwingermauer ein später eingebautes Backstein-Tor.
Ein Backsteinpfosten ist noch (renoviert) erhalten, ebenso ein Schwellenstein (unter der Erde).

Der Torpfosten aus Backstein.


Deutung: Das Backsteintor wurde nachträglich in den Torzwinger eingesetzt. Um es zu stabilisieren wurde ebenfalls nachträglich ein abgestufter Strebepfeiler gegen die Außenseite der Zwingermauer gesetzt.


Stützpfeiler B:

abgeschrägt, minderwertigere Ausführung, tritt aus der Mauer hervor (nicht angesetzt).

Der Stützpfeiler könnte in einer Beziehung zu dem Gebäude oberhalb ("Torwärterhäuschen") stehen (siehe die gelbe Hilfslinie im Plan oben). Deutung unklar.

Jahresbericht 2016

In 20 Arbeitseinsätzen wurden 2016 viele Kubikmeter Erde bewegt, Bruchsteinmauerwerk verfugt und auf die noch vorhandenen Grundmauern neues Bruchsteinmauerwerk aufgemauert.
In diesem Jahr wurde ein großer Teil der Mauern im Vorburgbereich, die Verbindungsmauer zwischen Kernburg und innerer Zwingermauer sowie die große Treppe zur Vorburg gesichert und für die Besucher der Ruine Schauenburg wieder zugänglich gemacht. Weiterhin wurde im Auftrag der Gemeinde zur Absicherung  der Steinbruchkante durch eine Fachfirma ein Zaun aufgebaut.
Der noch nicht gesicherte Bereich der südlichen, äußeren Zwingermauer wird gerade freigelegt und soll 2017 gesichert werden. Durch die Sicherung und Aufmauerung der Zwingermauer auf Brüstungshöhe wird einerseits der Grundriss der Burgruine vervollständigt und andererseits die Absturzgefahr vermindert.
Die Sicherung des nördlichen Brückenturmstumpfs wurde Ende 2016 schon begonnen und soll 2017 abgeschlossen werden.
Die Genehmigung die Holzbrücke über den Burggraben durch ein leichtes Holzdach gegen zu große Feuchtikeit zu schützen wurde nicht erteilt, daher ist es nicht verwunderlich, dass einige Rundhölzer, nach acht Jahren schon angefault sind. Die Arbeitsgemeinschaft Schauenburg ist bemüht mit Hilfe von Wandergesellen „Freie Vogtländer“, die  auch mit Unterstützung des Abbundzentrums Schriesheim Georg Grüber, die die Brücke bauten, die angefaulten Hölzer auszuwechseln.
Außer den Arbeiten zur Sicherung und Erhaltung der Ruine Schauenburg mussten das ganze Jahr über auch Grünschnitt und Mäharbeiten gemacht werden. Für all diese Arbeiten danke ich den Mitarbeitern Patrick Berthold, Hermann Fischer, Anette Ginsberg, Nikolai Harbarth, Alexander Häckelmoser, Daniel Hutwagner, Marian Krawczyk, Paul Krawczyk,  Peter Lüttinger, Klaus Matitschka, Julian Nowag, Andreas Petitjean, Eric Petitjean, Dierk Rafflewski, Steffen Schwab,  Albert Schreck, Matthias Spies, Dr. Volker Sporys, Georg Usselmann, Ludwig Weiser und Celeste Wink.
Weiterhin danke ich den Helfern, Karlheinz Frauenfeld, Hanni Frauenfeld, Helga Riehl, Thea Andraschko, Hannelore Reinhard, Irma Erhard, Marianne Reiser und Hildegard Fischer.

2016 standen jedoch nicht nur die Sicherungs und Erhaltungsarbeiten der Ruine Schauenburg auf dem Plan, auch die Veranstaltungen im Rahmen der 1250 Jahrfeier der Ersterwähnung von Dossenheim wurden von den Mitarbeitern  und Freunden der AGS organisiert und ausgerichtet.
Es waren die Veranstaltungen „Tag der offenen Klause“ am 10.April 2016. Hunderte Besucher wanderten bei herrlichem Frühlingswetter zur Klause am Kirchbergshang wo manche Besucher nach Jahrzehnten wieder einmal die Behausung des Eremiten Johann Georg Kernstock, der vor ca. 350 Jahren hier lebte, besichtigen ja sogar betreten konnten.

Am 16. und 17. Juli fand die diesjährige Hauptveranstaltung der AGS zur 1250 Jahrfeier „Der Besuch im Spätmittelalter“statt. Der „Schauenburger“ Andreas Petitjean, ein Mitglied der Mittelaltergruppe „Nürnberger Aufgebot 1474,“ organisierte einen authentischen Mittelaltermarkt auf der Burg und ein Heerlager auf dem Platz direkt  unterhalb der Burg.
Den Besuchern wurde das Lagerleben in Kostüm und Ausrüstung im späten 15. Jahrhundert gezeigt, ebenso die Kriegstechnik dieser Zeit mit der entsprechenden Bewaffnung, Rüstung und den Kanonen bei der Belagerung der Burganlage. Im Burghof und im Zwinger führten Handwerker ihre Kunst den interessierten Besuchern vor.
An  jedem der beiden Tage kamen über tausend Gäste, die sich über das Leben und Treiben, der Belagerung und Beschießung einer Burg im Spätmittelalter informierten und bei einem von den Schauenburgern zubereiteten Linsengericht und kalten Getränken einige Zeit verbrachten.

Der 11. September war der europaweit begangene „Tag des offenen Denkmals“. Bei Führungen durch Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Schauenburg konnten sich die interessierten Besucher über den Fortgang der Sicherungs- und Erhaltungsarbeiten, insbesondere der letzten beiden Jahre, in denen die innere und äußere Zwingermauer, die Verbindungsmauer zwischen Kernburg und der inneren Zwingermauer, der großen Treppe zur Vorburg und großer Teile der Mauern im Vorburgbereich gesichert wurden, informieren. Anschließend verbrachten die Besucher, bei herrlichem, fast zu heißem, Sommerwetter, einige Zeit bei Steaks und kalten Getränken auf der Burg.
Ich möchte allen Besuchern der Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft Schauenburg für ihren Besuch danken. Ebenso danke ichi unserem Bürgermeister Hans Lorenz, den Mitarbeitern der Verwaltung, Frau Hildenbeutel, Frau Mallinger und Frau Busch, Herrn Schiller, Herrn Miltner und Herrn Gestöhl vom Bauhof für die gute Zusammenarbeit.

Ich hoffe, dass alle Schauenburger auch 2017 ihre Bemühungen zur Sicherung und Erhaltung der Ruine Schauenburg weiterführen und dass es vielleicht doch noch gelingt, bevor die Brücke nicht mehr begehbar ist, die Genehmigung für ein leichtes Holzdach, zu erhalten..


Eugen Reinhard         

Sonntag, 22. Januar 2017

Trübe Schönheit

Eindrücke von einem diesigen Winterabend auf der Schauenburg aufgenommen von Jan Rafflewski. Zum Vergrößern Fotos bitte anklicken.














  


Freitag, 6. Januar 2017

Silvestergelage auf der Schauenburg

Schon am frühen Neujahrsmorgen wurde der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Schauenburg angerufen und darauf aufmerksam gemacht, dass  auch in  dieser Neujahrsnacht Vandalen auf der Ruine Schauenburg randalierten.
Bei der sofortigen  Begehung war das Ausmaß zu erkennen. Das gesamte Areal der Ruine Schauenburg war mit Flaschen, Verpackungsmüll und abgebrannten Feuerwerkskörpern übersät. Drei völlig demolierte, von den Angestellten der Forstverwaltung erst kürzlich aufgestellte Müllbehälter, einige Feuerstellen und ein noch brennender Baumstumpf waren Zeugen eines großen Gelages.    

 

Zur Zeit der Begehung waren immer noch die letzten 5 bis 6 Personen, die in einem Zelt nächtigten, auf der Burg anwesend.
Die von der AGS verständigte Polizei hielt die Personalien der Anwesenden fest, doch liegt die Vermutung nahe, dass die hauptsächlichen Verursacher, eine Horde von ca. 15 bis 20 Jugendlichen war, die gegen 1.00 Uhr auf dem Weg von der Burg in den Ort war.
Der Schaden der total zerstörten Müllbehälter beträgt sicher einige hundert Euro. Die Arbeit der Schauenburger, die den Müll wegräumen, gar nicht gerechnet.
Die Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Schauenburg freuen sich über jeden Besucher, der die Ruine Schauenburg als Ausflugsziel gewählt hat, doch auf Besucher, die den Müll ihrer Feier auf der Burg zurücklassen oder in ihrer Zerstörungswut Tisch und Bank Garnituren und Müllbehälter kaputt schlagen, kann die AGS gerne verzichten.

Eugen Reinhard

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Bundesverdienstkreuz für Hermann Fischer

Der Heimatverein Dossenheim gratuliert seinem Ehrenvorsitzenden Hermann Fischer zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland.                                                                                                                                                   
Von 1981 bis 2002 fungierte Hermann Fischer als Vorsitzender des Heimatvereins. Bis heute kümmert er sich maßgeblich um das Heimatmuseum mit seiner Vielzahl an interessanten Exponaten und um den Steinbruch Leferenz. Bei zahlreichen Führungen bringt Hermann Fischer beide Orte und deren Bedeutung der Bevölkerung näher. Es ist ihm zu verdanken, dass auch die jüngsten wie z. B. Kindergarten- und Schulkinder um die Geschichte der Steinbrecher-Gemeinde wissen. Kenntnisreich berichtet er im Steinbruch von Flora und Fauna, von der lokalen Wirtschaftsgeschichte und den geologischen Formationen. Vertreter des Geonaturpark Bergstraße Odenwald würdigten im Jahre 2009 das Gebiet des Steinbruchs mit dem Titel: „Geotop des Jahres“. Auch nach seiner Zeit als Vorsitzender setzt er sich mit großem Engagement für den Heimatverein ein z. B. bei der Trachtengruppe, der Theatergruppe und der Schauenburggruppe. Durch die Vorführung und Verwaltung zahlreicher Heimatfilme sorgt er dafür, dass die Geschichte Dossenheims lebendig bleibt. Mit allen nachfolgenden Vorsitzenden arbeitet Hermann Fischer äußerst konstruktiv zusammen, so auch jetzt mit dem Vorsitzenden Steffen Schmitt. Dabei ist besonders zu erwähnen, dass Hermann Fischer nicht nur spricht sondern vor allem „macht“ sowohl organisatorisch als auch handwerklich. Immer unterstützt von seiner Frau Hildegard, die ebenso großes Engagement zeigt.   


Die Schauenburger schließen sich der Gratulation an und danken Hermann Fischer für seinen vielseitigen Einsatz!

Montag, 31. Oktober 2016

Arbeitseinsatz am 30. Oktober 2016

Herrliches Herbstwetter! Ein schöner Einsatz! Hier ein paar Eindrücke:

  

Foto oben links: Eugen "stopft" Löcher und Fugen in der Zwingermauer.
Foto oben rechts: Ludwig vermisst die Burgruine für sein Modell.

Peter und Andreas legen die Innenkante der Zwingermauer auf Höhe des Torweges frei.
Verfugter Abschnitt der Zwingermauer.



Dierk sichert den Fundamentstumpf des äußeren Torgebäudes.



Peter genießt den Blick auf sein "geräumtes Eck". Vormals lagerten hier Steine.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Helferfest und Arbeitseinsatz am 14. und 15. Oktober 2016

Ein Bericht von Eugen Reinhard zum Helferfest am 14. Oktober:

Am vergangenen Freitag, dem 14.Oktober, fand schon wie seit dem Bestehen der Arbeitsgemeinschaft Schauenburg das Jahresabschlussfest statt. Doch in diesem Jahr waren nicht nur die Mitarbeiter der AGS, die über das ganze Jahr hinweg bei den Arbeitseinsätzen auf der Ruine Schauenburg mitarbeiten, mit ihren Partnerinnen eingeladen, sondern auch alle Helfer, die bei den verschiedenen Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft Schauenburg wie am 10. April 2017 „Tag der offenen Klause“, der „Besuch im Spätmittelalter“, am16. und 17. Juli 2017  und am 11. September, dem „Tag des offenen Denkmals“ dazu beitrugen, dass die Arbeitsgemeinschaft so erfolgreich war.
In der Hoffnung, dass die Mitarbeiter der AG Schauenburg die Sicherungs und Erhaltungsarbeiten auch 2017 fortsetzen können, bedankte sich E. Reinhard, bei der Gemeinde, vertreten durch Bürgermeister-Stellvertreterin Elisabeth Schröder und Marc Miltner von der Verwaltung  für die Unterstützung der AGS, den Mitarbeitern der Arbeitsgemeinschaft Schauenburg für ihren Einsatz bei den Sicherungs und Erhaltungsarbeiten auf der Ruine Schauenburg und den Freunden der AGS, die es durch ihre Hilfe möglich machten, dass alle Veranstaltungen der AGS zur 1250 Jahrfeier und die Jahresabschlussfeier überhaupt stattfinden konnten.
Besonders erwähnte E. Reinhard  den langjährigen Mitarbeiter der ersten Stunde Dierk Rafflewski, der die Plakate für die verschiedenen Veranstaltungen zur 1250 Jahrfeier gestaltete, jedoch an diesem Abend nicht da sein konnte.
Nicht zuletzt ging der Dank an die vielen Gäste, die durch ihren Besuch ihr Interesse an der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Schauenburg bekundeten. Der Dank der AGS ging auch an die Dossenheimer Bürger und die Geschäfte „nah und gut“ Weismehl, an den Hofladen Elisabeth Schröder und an die Bäckerei Sommer, die uns mit Geld und Sachspenden unterstützten.
Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft bedankte sich bei den Frauen der „Schauenburger“, die während der Arbeitseinsätze auf der Burg viele Stunden auf ihre Männer verzichten mussten. Hermann Fischer bedankte sich im Anschluss bei den Damen der Museumsgruppe für ihre Arbeit im Heimatmuseum.

Nach dem Essen, einem von Dr. Thon erlegten Wildschwein und von Rolf und Marlies Künzer zubereiteten vorzüglichen Wildgulasch saßen alle „Schauenburger“ mit ihren Freunden noch ein paar Stunden beisammen um sich bei alten Filmen über Arbeitseinsätze vor ca. 25 Jahren und an ehemalige Mitarbeiter zu erinnern.   

Unbeschadet von der Feier am Freitagabend startete am Samstagmorgen der nächste Arbeitseinsatz:

Erdarbeiten im Bereich der Zwingermauer.



Blick auf die freigelegten Bereiche der Zwingermauer, die an diesem Samstag weiter verfugt wurde.
Das "aufgeräumte Eck" vor dem zweiten Burgtor, das die letzten Jahre zum Lagern von Steinen genutzt wurde.

Montag, 3. Oktober 2016

Arbeitseinsatz am 1. Oktober 2016

Ein guter Einsatz trotz schlechten Wetters: 
Die Sandsteinmauer im Bereich des Torgebäudes (beim Betreten rechts der Brücke) wurde fertig gestellt, und die Sicherung des massiven Fundamentstumpfs, auf dem die Mauer aufsitzt, konnte beginnen. Die Zwinger-mauer wurde weiter freigelegt. Und im Vorburgbereich konnte die Ebene unterhalb der Sandsteintreppe weitgehend geebnet werden. Leider sorgte ein heftiger Wolkenbruch am frühen Nachmittag dafür, dass die Arbeiten ein wenig ins Stocken kamen. Auch das Nachstreichen und Nachbürsten der Fugen in den neu aufgemauerten Bereichen war aufgrund des Regens nur bedingt möglich.
Nur einer bekam von dem Regen nichts mit: Unser Siebenschläfer im Bauwagen, der es sich in seiner Ecke warm und kuschelig eingerichtet hatte.

Der Fundament-stumpf rechts der Brücke ist in weiten Teilen der Mauer-schale beraubt worden. Um weitere Ausbrüche und das Hinterspülen durch Regenwasser zu verhindern soll die bestehende Auße-nschale um ein bis zwei Steinlagen ergänzt werden.

Blick auf den Stumpf des Torgebäudes: Gut zu erkennen ist die auf dem massiven Fundamentstumpf aufsitzende Mauer, deren Sanierung abgeschlossen ist. Die Holzdielen beim Baugerüst (Arbeitsfläche) markieren in etwa die Höhe, in der die Außenschale noch erhalten ist.








In der Verlängerung der aufsitzenden Mauer wurde die Außenschale abgetreppt aufgemauert.



Arbeitsgruppenleiter Eugen Reinhard beim Säubern der Arbeitsstelle beim Bauwagen nach dem großen Regen.









Mit Erde von der rechten Hangfläche wird das begehbare niedere Plateau (links im Bild) ausgeglichen.







Um die Zwingermauer weiter frei zu legen, musste der darüber verlaufende Zaun versetzt werden.

Abendlicher Ausblick von der Burg.